Viele Jäger kennen die Etikette dieser Tradition nicht, überspringen sie oft und fragen, was sie wirklich ist. Dies ist eine Tradition, die zu Ehren des erschossenen Wildes begangen wird. Diese Tradition wird nur bei Großwild wie Wildschweinen, Rehen, Hirschen, Mufflons usw. durchgeführt.  Der Ast wird von einem Baum oder Strauch genommen, von dem sich das Tier ernährt. Am häufigsten sind dies Kiefer, Eiche, Erle und Buche.

 

 

Fang-Zweig: Nachdem das erschossene Wild geortet wurde, wird etwa 40–50 cm vom nächstgelegenen Baum/Strauch ein Ast abgeschnitten und dann auf die linke Schulter des Wildes gelegt (das Wild wird immer auf den Bauch gelegt, obwohl es in Deutschland und Ungarn erlaubt ist, den Wildschwein auf die rechte Seite zu legen). Dies symbolisiert den Besitz des Wildes und dass es gemäß der Jagdetikette und -regeln geschossen wurde. 

 

Zweig „letzter Biss“:  Als letzter Biss wird dem Tier ein handtellergroßer Ast ins Maul gesteckt. Dies symbolisiert Demut, Respekt und Dankbarkeit gegenüber der Natur für das geschossene Tier. Der Schütze, der das Wild erschossen hat, legt den Ast ins Maul. In der traditionellen Jagd wurde dieses Ritual nur für männliches Wild durchgeführt, heute wird es jedoch sowohl für männliches als auch für weibliches Wild angewendet.

 

Der SchützenzweigEin Ast von der Größe einer Spanne wird aus der Wunde des Wildes ausgeblutet und dem Schützen übergeben. Ein Jagdkamerad legt den Ast auf seinen Hut oder die flache Seite seines Messers und überreicht ihn mit der linken Hand dem Besitzer der Trophäe und gratuliert ihm zum erfolgreichen Fang. Dieser wiederum nimmt den Zweig als Dank für die erfolgreiche Jagd entgegen und platziert ihn auf der rechten Seite seines Hutes. Dieses Ritual wird durchgeführt, indem sich die beiden die Hände über dem erschossenen Wildes schütteln. Der Zweig gibt an, welcher Schütze das Wild gefangen hat, und es darf nur einer sein, unabhängig davon, ob er mehr als einem Tier geschossen hat. Es wird nur am Tag einer erfolgreichen Jagd getragen und anschließend in einer Kiste aufbewahrt, wo es bis zum Jahresende aufbewahrt wird. Dann wird die Kiste geöffnet und der Jäger zieht Bilanz über die Jagd des Vorjahres.

 

WICHTIGZeigen Sie immer Respekt vor dem Wild und gehen Sie nur  um es herum! NIEMALS auf einen erlegten Wild treten, sitzen oder stehen! Dies ist nur ein Teil der Jagdetikette beim Schießen von Wild, den wir in einem anderen Artikel detaillierter behandeln werden.